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1. Thema: Zukunftsplan „Stärkung der Ortskerne“

Ausgangslage

Da Baunatal nicht organisch gewachsen ist, sind durchaus gravierenden Eingriffe in das Ortsbild erfolgt. Dennoch ist insbesondere in den Ortsteilen die ursprüngliche Gestalt des Dorfes noch erkennbar. Die Wohnstruktur selbst ist dort nicht wesentlich verändert, sondern nur um neue Wohngebiete ergänzt worden. Die dörfliche Struktur und die damit zusammenhängenden, vielfach erhaltenen Mehrgenerationen-Familien prägen Baunatal und die Kommunikation innerhalb der Stadt. Baunatal besteht, mit Ausnahme der Innenstadt von Altenbauna, eher aus 7 großen Dörfern als aus einer in sich geschlossenen Stadt.

Die Baunataler empfinden diese dörfliche Struktur als Element hoher Lebensqualität. Wohnen in Baunatal bedeutet in überdurchschnittlichem Maß „Wohnen im Eigentum“, wobei die inzwischen hohen Bodenpreise hinderlich für die Bauvorhaben junger Familien sind.

Leitsätze/Ziele

Baunatal muss für Menschen aller Altersgruppen eine attraktive Wohnsituation bieten.

Die vorhandenen erschlossenen Flächen sind optimal zu nutzen; allerdings muss die Gestaltung des Ortsbildes Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen Einzelner haben. Baunatal benötigt nach einer Zeit des quantitativen Wachstums eine Besinnung auf qualitatives Wachstum. In den künftigen Jahren, in denen nach der demographischen Entwicklung überall Flächen zur Verfügung stehen werden, können nur Orte Magnetwirkung erzielen, die ein qualitativ ansprechendes Angebot an bezahlbarem Wohnraum, hochwertigen Arbeitsplätzen, medizinischer Versorgung, Nahversorgung, bedarfsgerechtem ÖPNV und digitalem Zugang in „schöner Umgebung“ bieten. Die Stadt muss hierbei ihrer Steuerungsfunktion gerecht werden. Mangels von Ortsbeiräten in den Ortsteilen von Baunatal, muss dies auch zwangsläufig mehr Verantwortung für die Zentralverwaltung bedeuten.

Maßnahmen/Projekte

Es gilt, die dörflichen Strukturelemente unter sozialen Gesichtspunkten weiterzuentwickeln. Dazu gehören:

  • Förderprogramm „Junge Landärzte“
  • Förderprogramm „Nahversorgung Einzelhandel, Gastronomie und Tourismus“
  • Förderprogramm „Energetische Sanierung von Altbauten“
  • Generationen-übergreifende und ökologische Wohnprojekte
  • Modulare (Multifunktions-)Infrastruktur: „Orte der Begegnung, Ortsgeschichte, Kultur und Vereine“
  • Aktionsplan Digitalisierung „Glasfaser in jedes Haus“
  • Attraktivitätssteigerung & bedarfsgerechte Entwicklung des ÖPNV
  • Stadtteilmarketing

Das Ortsbild muss mit der „Empfindung“ Dorf wieder in Einklang gebracht werden. Dazu gehört unbedingt auch der Erhalt und die finanzielle Förderung der „alten“ Ortskerne. Ein regelmäßig stattfindender Bauernmarkt in allen Ortskernen kann beispielsweise enorm zum „dörflichen“ Lebensgefühl beitragen.

Die öffentlichen Plätze in Baunatal und den Ortsteilen sollen zu Begegnung, Freizeit und Gespräch für Alt und Jung einladend gestaltet werden.

Hierfür soll unter Einbeziehung aller Akteure (Bürger, Vereine, Einzelhandel, Gastronomie etc.) ein Nutzungskonzept für die öffentlichen Plätze erarbeitet werden. Dazu gehören unter anderem regelmäßige Veranstaltungen, Spiel- und Ruhezonen (Café), Feste (Straßenfest), Flohmärkte, etc. Hier ist auch im Bereich Stadtmarketing leider bisher enormer Nachholbedarf festzustellen. – Es heißt schließlich Stadtmarketing Baunatal und nicht Innenstadtmarketing Baunatal!

Ebenso müssen die medizinische Versorgung, Nahversorgung mit Lebensmitteln, der digitale Zugang und eine bedarfsgerechte ÖPNV-Anbindung zukünftig sichergestellt und den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger angepasst werden.

Nur so bleiben die Ortsteile gleichermaßen für den Zuzug „junger Familien“ und „alteingesessene Bewohner“ attraktiv.

„Kurze Wege, statt langer Strecken!“, sollte hierbei das oberste Ziel der Stadt Baunatal lauten. Das steigert die Lebensqualität aller Bewohner der Ortsteile von Baunatal enorm, weil sich nur so Familie und Beruf, auch im Hinblick auf die Herausforderungen der Zukunft, miteinander wunderbar vereinen lassen können.